Studieren kann man auch ohne Matura

Studieren kann man auch ohne Matura
kneschke - fotolia.com

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„Und heute bereu‘ ich, dass ich die Schule nicht fertig gemacht habe“, ist ein Satz, der wohl vielen bekannt ist. Manchmal bleibt es einfach bei dieser Aussage. Und manchmal kommt es vor, dass man sich sagt „So, es ist an der Zeit. Jetzt will ich mich beruflich verändern. Ich will mich weiterbilden. Ich will studieren gehen, bloß wie?!“

Je nachdem wie der Studienwunsch aussieht und welche berufliche Vorbildung man bereits hat, bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten die ersten Schritte zum Studium zu gehen. Folgend möchte ich ein paar Wege aufzeigen, wie man die Matura nachholen kann, bzw. eine Berechtigung zum Studieren erlangen kann.

  • Berufsreifeprüfung: die Berufsreifeprüfung, kurz BRP, ist dann empfehlenswert, wenn man bereits eine Berufsausbildung/ einen Lehrabschluss hat. Es sind vier Prüfungen zu absolvieren, wobei eine Prüfung auf die bisherige berufliche Karriere aufbaut. Es ist jedoch egal, ob man in dieser beruflichen Richtung studieren will, oder ganz was anderes geplant hat. Mit der BRP steht der Weg zu allen Studienrichtungen in Österreich grundsätzlich offen. Wann man welche Prüfungen macht, kann man sich selbst organisieren. Viele absolvieren die BRP berufsbegleitend über zwei Jahre. Man  kann die Fächer an diversen Erwachsenenbildungseinrichtungen und muss ein Fach an einer Schule absolvieren. Zudem besteht eventuell Anspruch auf eine Kursförderung, z.B. AK Ermäßigung und Bildungskonto Land OÖ.
  • Studienberechtigungsprüfung: bei der Studienberechtigungsprüfung, kurz SBP, sollte man bereits genau wissen, was man nachher studieren möchte. Hier wird nicht der Fachbereich abgefragt, mit dem man sich bisher beruflich beschäftigt hat, sondern der Fachbereich, den man studieren möchte. Die SBP besteht aus fünf Prüfungen, ist bereits auf ein Wunschstudium ausgerichtet und man kann nachher nicht einfach was ganz anderes studieren. Ein Vorteil der SBP kann sein, dass eventuell schon Anspruch auf Stipendium besteht.
  • Abendschule: wer die „klassische“ Matura nachholen möchte und nicht „nur“ eine Berechtigung für das Studium sucht, der/ die kann eine vierjährige Abendschule absolvieren. Die Ausbildung ist berufsbegleitend und zeitintensiv. Wenn man jedoch weiß, dass das Wissen einer HAK, HTL oder der AHS auch nachher für das Studium hilfreich ist, so ist es auf jeden Fall empfehlenswert.
  • Externistenprüfung: die Externistenprüfung stellt die Maturaprüfung ohne Schulbesuch dar. Nach einer positiven Zulassung an einer Schule kann man sich im  Selbststudium auf die Matura vorbereiten.
  • Studienbefähigungsprüfung: die Studienbefähigungsprüfung erfolgt meistens nach Studienbefähigungslehrgängen an Fachhochschulen und ist schon sehr spezifisch auf die Studienrichtungen an der jeweiligen Fachhochschule ausgerichtet. Die Befähigungslehrgänge werden grundsätzlich auch berufsbegleitend angeboten und man bekommt eine gute Vorbereitung für das gewünschte Studium. Es gibt jedoch keine Garantie, dass man bei der endgültigen Bewerbung an der Fachhochschule genommen wird.

 

Dies war jetzt einmal eine kleine Übersicht von möglichen Wegen zum Studium, wenn man keine Matura hat. Wie man seinen Weg nun genau organisieren kann und welche Förderungen einem zustehen bzw. worauf man unbedingt achten sollte, kann man online nachlesen bei „Aus- und Weiterbildung für Erwachsene“, oder auch gerne bei der AK Bildungsberatung erfragen!

2 Responses auf “Studieren kann man auch ohne Matura”

  1. Merve Kocak

    Hallo, ich habe die Dr. Roland Maturaschule besucht. Von vier Prüfungen habe ich zwei geschafft, jetzt fehlen mir noch zwei Prüfungen. Ich weiß leider nicht, welchen „Beihilfenantrag/Kursförderung“ ich antragen muss bzw. soll. Ich hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können.

    Liebe Grüße

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    • Andrea Kaltenbrunner

      Hallo,

      sofern Sie ihren Hauptwohnsitz in OÖ haben besteht die Möglichkeit über das Bildungskonto des Landes OÖ eine Förderung für berufliche Aus- und Weiterbildungen zu erhalten. Detailinformationen zum Bildungskonto des Landes OÖ sowie zu den Fördervoraussetzungen, der Antragstellung und Abwicklung finden Sie hier.

      Zudem können Sie die Kosten für berufliche Weiterbildungen steuerlich abschreiben. Mehr dazu hier.

      Ebenso besteht auch die Möglichkeit über Gewerkschaften eine Förderung für Weiterbildungen zu erhalten.

      Aufgrund ihrer Angaben ist es schwierig eine detaillierte Auskunft zu geben.
      Auf der Förderdatenbank für Weiterbildungen können Sie eine individuelle Abfrage über Fördermöglichkeiten machen.

      Liebe Grüße
      Andrea Kaltenbrunner

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