Im Talk mit Lena: über ihr Wunschstudium Psychologie, das Aufnahmeverfahren und ihre Frustrationstoleranz

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Lena ist 20 Jahre alt und probiert heuer das zweite Mal die Aufnahmeprüfung in Psychologie an der Uni Wien.  Sie kommt aus Salzburg. Die Bundeshauptstadt Wien hat sie immer schon gereizt und sie möchte gerne Neues ausprobieren und kennenlernen.

Generell ist es für Maturant*innen im Abschlussjahr herausfordernd, alle Fristen bezüglich des Studienbeginns am Radar zu haben. Lena ist zugutegekommen, dass sie von vornherein ein Gap Year geplant hat und sie sich nicht parallel um Studienzulassung, Registrierungsfristen etc. kümmern musste.

Lena erzählt: „Ich kann mich noch gut an das Maturajahr erinnern, viele meiner Schulkolleg*innen, die im Herbst gleich studieren wollten, waren wie vor den Kopf gestoßen, als sie merkten, dass einige Fristen, vor allem für zugangsbeschränkte Studien bereits abgelaufen sind.“

Der ÖH Reminder bietet beispielweise ein gutes Service, damit genau so etwas nicht passiert und man automatisch, einmal registriert, an wichtige Fristen erinnert wird.

Lena hatte das Glück, dass sie sich im Gap Year in Ruhe auf die Aufnahmeprüfung für Psychologie vorbereiten konnte. Dennoch sagt sie ganz klar: „Ich hatte zwar Zeit und konnte mich auf‘s Vorbereiten und Lernen konzentrieren, aber es war echt nicht so leicht, herauszufinden, wie das ganze Aufnahmeverfahren überhaupt funktioniert. Und dann war ja auch schon der Lockdown.“

Und sie erzählt weiter: „Klar, es gibt die offiziellen Seiten der Uni, wo Fristen und Abläufe erfasst sind, aber mir hat dann die Website Act-Act-Act sehr geholfen. Vor allem weil man hier Fragen stellen kann, via Mail oder im Chat und man sehr rasch Hilfestellung bekommt.“

Dass die Teilnahme an Aufnahmeprüfungen Geld kosten kann und nicht gerade wenig, hat auch Lena feststellen müssen. Auch die oben genannte Website ist in der Vollversion seit diesem Jahr kostenpflichtig. Lena hat sich zudem einige Bücher gekauft, um sich wirklich umfassend vorzubereiten und dann im Sommer 2020 auch noch für einen Vorbereitungskurs angemeldet. „Irgendwie steht man da schon unter Druck, man hat so das Gefühl, wenn man es nicht macht, hat man gar keine Chance. Und es macht ja auch wirklich Sinn, denn man wiederholt hier ganz gezielt, macht Prüfungssimulationen und lernt andere Leute kennen, mit denen man sich dann nach dem Kurs weiterhin austauscht und lernt.“

Lenas Tipp: Sich gegenseitig zu unterstützen, verschiedene Lernmethoden auszuprobieren, sich auszutauschen – zum Beispiel in WhatsApp Gruppen – ist enorm wichtig, gerade jetzt im Lockdown, wo man ja wirklich kaum jemanden persönlich treffen konnte.

Lena hat festgestellt, dass es viele junge Leute gibt, die sich all das nicht so einfach leisten können. „Und da reden wir noch gar nicht von den Kosten im Studium, sondern rein nur von der Prüfungsvorbereitung“, sagt sie weiter.

Und natürlich ist es dann umso frustrierender, wenn man die Prüfung, die 2,5 Stunden dauert, nicht schafft. Lena meint: „Ich habe mich während der Prüfung total verzettelt, es gibt zwar eine Uhr und auch immer wieder Durchsagen wieviel Zeit man noch hat, aber keine Ahnung, ich war aufgeregt und habe die Zeit echt falsch eingeschätzt.“

Lenas Tipp: Genau lesen und schnell antworten. Ich habe mich eindeutig zu lange im Mathe Teil aufgehalten. Es ist wichtig die Balance zwischen Schnelligkeit und Genauigkeit zu finden. Und: Unbedingt Prüfungs-Simulationen machen, um ein Gefühl für die Zeit zu bekommen, das ist das Um und Auf.

Insgesamt besteht die Prüfung aus 3 Teilen: 1. formal analytischer Teil, 2. Fragen zur Fachliteratur, 3. Sprachverständnis Teil (Deutsch und Englisch). Der Fachliteratur-Teil wird höher bewertet als die beiden anderen.

Ein hilfreiches Video zum Ablauf der Aufnahmeprüfung findest du hier.

Bald ist es für Lena wieder soweit: Am 24. August findet die nächste Aufnahmeprüfung in der Messe Wien statt. 2020 sind an die 3000 junge Leute zu der Aufnahmeprüfung angetreten, letztlich werden 485 zum Studium zugelassen. Auf meine Frage, warum sie es wieder probieren möchte, meint Lena: „Ich für mich, weiß einfach genau, dass ich das unbedingt machen möchte, es ist wirklich mein Herzenswunsch, insofern, tu ich mir das Ganze noch einmal an. Aber man braucht schon einen sehr langen Atem.“

Lena hat die Zeit aber gut genutzt: „Ich habe in der Zwischenzeit Statistik begonnen, das bringt mir ja auch für das Psychologiestudium etwas.“

Lenas Tipp: Aufpassen muss man hier, dass man die Familienbeihilfe nicht verliert (16 ECTs in 2 SE) und vor allem, wenn man ein Stipendium bezieht, sollte man sich genau informieren. Denn, ein Studienwechsel sollte spätestens in der Zulassungsfrist des 3. Semesters erfolgen, andernfalls liegt ein verspäteter Studienwechsel vor, der negative Auswirkungen auf den Beihilfenbezug haben kann. Ausführliche Tipps von der ÖH gibt es hier.

Abschließend sagt Lena: „Ich hoffe sehr, dass es sich auszahlt, diese Bürde ein weiteres Mal auf mich zu nehmen, aber ich muss es einfach noch einmal probieren. Auf jeden Fall wünsche ich allen viel Glück.“

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